Beitrag: Mariia Dziubynska
24. September 2026

Wir freuen uns über die Veröffentlichung einer neuen systematischen Literaturübersicht von BIOPOLISTA-Forschenden Jonas von Pfister, Nicolai Goritz (né Schulz), Giorgio Varanini, Adrien Ludot, Julian Nal, Maria Proestou und Alexandra Gottinger in der Fachzeitschrift Environmental Policy and Governance.

Das Paper “Does Context Really Matter for Environmental Policy Implementation?” untersucht, welche Faktoren eine erfolgreiche Umsetzung von Umweltpolitiken beeinflussen und wie sich diese Faktoren zwischen unterschiedlichen Umsetzungskontexten unterscheiden. Auf Grundlage von 88 empirischen Studien mit insgesamt 148 Umsetzungsfällen weltweit identifizieren die Autorinnen mehrere Faktoren, die die Policy-Implementierung wiederholt prägen. Dazu gehören unter anderem das Wissen und die Kompetenzen der umsetzenden Akteurinnen, politische Unterstützung, die Ausgestaltung der Politik, organisationale Ressourcen, Koordination sowie die Einstellungen betroffener Akteur*innen.

Gleichzeitig zeigt die Literaturübersicht, dass diese Faktoren nicht in allen Umsetzungskontexten gleichermaßen relevant sind. Unterschiede ergeben sich unter anderem in Abhängigkeit vom eingesetzten Politikinstrument, der jeweiligen Zielgruppe sowie davon, ob Politikgestaltung und -umsetzung auf derselben oder auf unterschiedlichen administrativen Ebenen stattfinden. So sind wirtschaftliche Instrumente häufiger mit Herausforderungen in Bezug auf Wissen, Kompetenzen und finanzielle Ressourcen verbunden, während bei regulativen Instrumenten politische Konfliktintensität, Einstellungen und Widerstand betroffener Akteur*innen häufiger eine Rolle spielen.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass es keinen universell anwendbaren Ansatz für eine erfolgreiche Policy-Implementierung gibt. Stattdessen sollten Umsetzungsstrategien die spezifischen Herausforderungen unterschiedlicher Politikinstrumente, Zielgruppen und Governance-Strukturen berücksichtigen. Für die Implementierungsforschung unterstreicht die Studie damit die Bedeutung eines stärker kontingenzorientierten Ansatzes, der nicht nur danach fragt, welche Faktoren relevant sind, sondern auch, unter welchen Bedingungen und warum sie relevant werden.

Die Forschung wurde von der studentischen Hilfskraft Mariia Dziubynska, die beim Begutachtungsprozess half, unterstützt.

Der Artikel ist im Open Access über DOI. Auch der zugrunde liegende Datensatz und die Replikationsdateien sind öffentlich zugänglich.